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Früher war alles besser

Die Rent a Tobi Weihnachtsgeschichte, live gelesen, im Gasthaus Eberhardshof vom 24.12.14. Hier zum nachlesen oder zur Podcast Version.

Ich danke für die Einladung und freue mich dass ihr alle hier seid. Letztes Jahr habe ich angedeutet, dass es dieses Jahr wieder eine Geschichte gibt. Das Problem ist die Zeit, als alleinerziehender Vater, einer tollen verständnisvollen Freundin und mehreren Jobs, macht es nicht leichter aber spannender. Auch letztes Jahr haben sich viele hier versammelt und genießten den schönen Nachmittag mit ein paar tollen Gesprächen und einem leckeren kleinen Essen und einer Geschichte. Dieses Jahr gibt es eine neue, schöne Geschichte zum kleinen Nachdenken…

 

Früher war alles besser

 

Das stimmt, früher hat es an Weihnachten noch geschneit und alles war weiß, man konnte aus dem Fenster schauen und sah die schöne – bunte – weiße Welt. Nach dem auspacken der Geschenke, konnte man draußen noch den Schneemann besuchen und dann zurück ins Warme kehren. Den Abend bei einer heißen Schokolade ausklingen lassen, bevor alle ins warme Bett schlüpfen.

 

Früher hat man zu Weihnachten auch noch gestritten und sich nicht gleich getrennt. Die Plätzchen für den Weihnachtstisch, hat man da noch mit den Kindern am Vortag in der Küche liebevoll gebacken. Dafür musste man sich den ganzen Tag Zeit nehmen. Das Weihnachtsessen hat man noch gemeinsam zubereitet, meist hatte die Frau, Regie über Küche und Essen. Der Tisch wurde dann von allen gedeckt und beim Weihnachtsbaum wurde dieser entweder von allen geschmückt oder man hielt sich noch an den Brauch. Hier hatte dann das Christkind oder der Weihnachtsmann den toll erstrahlenden Baum geschmückt. Den Karton mit den Weihnachtsbaum Figuren, Kugeln und Lametta hatte man dann als Kind irgendwann mal, auf dem Dachboden oder Keller entdeckt, erst dann ist die Illusion von Christkind oder Weihnachtsmann erloschen.

 

Früher gab es auch nur wenn überhaupt einen Fernseher, zumeist im Wohnzimmer und man musste nicht getrennt schlafen. Man ging zusammen ins Schlafzimmer und kuschelte sich an sich. Deshalb gab es früher auch viel mehr große Familien mit mehr als 3 Kindern. Dem fehlenden Fernseher im Schlafzimmer sei Dank.

 

Es war doch so schön alles, früher…

 

Wenn wir nun an heute denken, wenn am Heiligabend alle Familien zusammenkommen. Die Teenager mit ihrem Handy noch am Abendtisch sitzen und diese mit ihren Freunden schreiben, dass sie es doch bereits wissen welche Geschenke man bekommt. Auch die neuste Top Platzierung vom neusten Handy-Spiel muss unbedingt noch vor der Bescherung geknackt werden. Die ganze Zeit frägt dann der Teenager am Tisch, mit gelangweilter Stimme, „ey Alder, wann es denn nun endlich Bescherung“. Als Antwort gibt man dann, wenn das Christkind da war, darauf hört man dann nur, „was laberst du mit Christkind, boa ey“. Das ganze dürfte nun nicht zu lange dauern, die Freunde stressen schon übers Handy. Denn sie wolle noch in die Disco, zum „Trink so viel du kannst“ Event.

 

Wenn es dann soweit war, man die Gans gegessen hatte, die schon gekocht und vollkommen fertig geliefert wurde. Der moderne Haushalt von heute lässt liefern, per Handy versteht sich. Gut, das mit der Bescherung hat sich irgendwie nicht so ganz verändert, aber heutzutage macht man es nur noch für die Kinder, die Eltern selbst schenken sich schon lange nichts mehr. Der Weihnachtsstress und das man bis zum Heiligabend noch im Geschäft steht und arbeiten ist. Dies macht es auch unmöglich, noch ein Geschenk für seinen Partner zu kaufen, wir haben doch alle keine Zeit mehr.

 

Da war man froh wenn man wieder ein Geschenk in den Händen hielt, das man sich als Teenager so toll gewünscht hat, dass es in die Ecke fliegt, wo die anderen einhundert nutzlosen anderen Geschenke waren. Bis es dann über das Internet wieder ganz schnell den Besitzer wechselt und verkauft wird über BlitzCash, BlitzFitz, ReCash, RingPong, CashTash, um sein Taschengeld aufzubessern. Andere sagen es gleich mit einer netten Botschaft dazu, „wenn es dir nicht gefällt, ich kann es wieder umtauschen“. Oder es gibt halt gleich einen Gutschein, der ist einfach bequem und das macht auch irgendwie Jeder.

 

Ja und wenn es dann ins Schlafzimmer geht, weil alles mal wieder geschafft und rum ist. Die Teenager aus dem Haus und einer stand – aber nur kurz – in der Küche, denn die Spülmaschine macht den Abwasch. Im Bett des Paares angekommen schläft der eine und der andere drückt den Knopf der Fernbedienung. Denn da hängt in unserer neusten Zeit auch ein Fernseher im Schlafzimmer. Nirgendwo mehr Ruhe von der Technik, diese von schönen Stunden zu zweit abhält. Vor langer Zeit, da musste man sich noch das schöne schnarchen von seinem Partner anhören und konnte Stundenlang nicht schlafen, heute, schläft man einfach im Wohnzimmer auf der Couch, denn es ist ein Multi-Sofa, ausziehbar, dreistöckig, luftig und mit einer Schlaffunktion. Wenn es dann doch mal das gemeinsame Bett im Schlafzimmer sein soll, trägt man heutzutage Ohrstöpsel und Schlafbrille. Sonst schläft der eine wieder früher und muss sich das absägen des Waldes anhören und stört sich von der Helligkeit des Fernsehers.

 

Vielleicht sollten wir uns ein wenig zurück entsinnen, wo wir nicht so gierig waren und somit auch weniger Stress hatten. Da gab es noch Zeit, die wir für uns selbst und Zeit für andere hatten. Denn wir haben es in der Hand, unser Leben ein bisschen leichter zu gestalten. Ansonsten hat sich auch in unserer jetzigen Zeit, vieles zum besseren geändert. Sonst müssten wir uns jetzt in einer Grippe treffen und uns warme Gedanken machen… War also früher wirklich alles besser? Wir hätten dann noch mehr Kinder, sehen sie es mal von dieser Seite. Wir bräuchten viel mehr Spielplätze. Viel mehr Menschen, die Kinder mögen und sich von Kindern nicht gestört fühlen. Das würde viel mehr Geld kosten und Geld haben wir ja generell nicht. Denn Geld bedeutet wieder viel Zeit und manche wünschen sich schon dass ein Tag nicht 24, sondern 48 Stunden betragen müsste und selbst dann wäre es noch zu wenig. Wir haben uns einfach verändert und müssten wieder ein wenig – weniger Ansprüche haben… Denn wir bestimmen unsere Zeit, die wir haben und geben, selbst…

Ich wünsche herzliche Weihnacht und ruhige Feiertage – ohne dass sie auf die Uhr schauen müssen!

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