Alle mal kurz wegschauen und die Hände vors Gesicht, so könnte man den Kinderschutzbund darstellen. Ich finde es - ob Quote oder nicht - wichtig und zugleich finde ich die Stellungnahme von RTL passend. Denn das was immer wieder igendwie fakt ist, das viel zu lange weggesehen wird und wenn es zu spät ist sagt man "ach" oder gibt dem Jugendamt die Schuld. Zum Teil wieder mal richtig, wie der nachfolgende Artikel beweist. Hier muss sich erst das Team von Katia Saalfrank und die Ausstrahlung der Folge "Super Nanny" den gewünschten Druck ausüben. Immer wieder schade, traurig und kann einen wahnsinnig zornig stimmen, liebe Behörden in Deutschland. Auf der anderen Seite verfolgen viele Jugendämter das Motto "Kinder gehören zur Mutter", irgendwie läuft da einiges falsch.
Vorwurf: strafrechtlich relevantes Verhalten Kinderschutzbund fordert Aus für „Die Super-Nanny“ (06.10.2011 — 11:35 Uhr)
Weiter Ärger für die RTL-Show „Die Super Nanny“ ...
Der Deutsche Kinderschutzbund fordert den Kölner Sender auf, die Reality-Show mit Katia Saalfrank (39) abzusetzen. Er wirft der Diplompädagogin und ihrem TV-Team „strafrechtlich relevantes Verhalten“ vor.
In der am 14. September ausgestrahlten Sendung sah man eine Mutter von drei Kindern, die ihren Nachwuchs schlug. Die Kinderschützer kritisieren in einem offenen Brief an den Sender: Weder das Filmteam noch die „Super-Nanny” Katharina Saalfrank hätten eingegriffen.
Gewalt gegen ein Kind diene nicht der Aufklärung, sondern stelle eine Entwürdigung dar. Kinder hätten auch vor der Kamera Rechte, die sichergestellt werden müssten, so der Vorwurf.
RTL wehrt sich: „Die psychischen und physischen Misshandlungen, die in dieser Sendung gezeigt werden, sind schon extrem und die Atmosphäre ist sehr belastend”, sagt eine Sprecherin. „Dennoch: Täglich erfahren viele Kinder hinter geschlossenen Türen diese oder ähnliche Misshandlungen. Das darf nicht verschwiegen und weiter tabuisiert werden. Es kann sich nichts verändern, wenn wir nicht hinschauen. Wenn wir jetzt darüber diskutieren, ob die Offenlegung einer Misshandlung von Kindern im Fernsehen nicht angemessen ist, dann verschließen wir die Augen und schauen weg, vergessen diese Kinder, die Hilfe brauchen, bagatellisieren und tabuisieren.”
Saalfrank habe sofort eingegriffen und auch das Jugendamt eingeschaltet, „dessen Arbeit erst durch mehrfaches Drängen von Frau Saalfrank und ihrem Team und die Ausstrahlung eine Dynamik aufnahm”.
Dies hatte auch die Diplom-Pädagogin vergangene Woche gegenüber BILD.de bestätigt:
„Wäre die Sendung nicht ausgestrahlt worden, hätte das Jugendamt hier nicht gehandelt. Insofern hat die Ausstrahlung der Sendung nicht nur einen Prozess im Sinne der Kinder beschleunigt, sondern sogar ursächlich dazu geführt, dass endlich überhaupt etwas in Bewegung gekommen ist.“ Hintergrund: Das Jugendamt hatte trotz mehrfacher Hinweise Saalfranks mehrere Monate gewartet, bis die Kinder des am 14. September gezeigten Falls aus der Obhut der Mutter genommen wurden.
Der Kinderschutzbund will hartnäckig bleiben. Er werde „nicht aufgeben, öffentlich das Ende der Sendung 'Super-Nanny' zu fordern, um künftig die öffentliche Zurschaustellung der Misshandlung, Demütigung und Entwürdigung von Kindern zu verhindern“ – mit diesen Worten beendet Christian Zainhofer, Mitglied des Bundesvorstandes, den offenen Brief.
Bereits 2010 hatte RTL Ärger mit der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, weil eine Mutter in der TV-Reihe „Die Super-Nanny” Gewalt angewendet hatte. Der Sender bekam einen Bußgeldbescheid über 30 000 Euro.
Quelle: bild.de
Einige gute Kommentare möchte ich hier auch kurz zitieren, dem ich ganz gut zustimmen kann.
kathy3031 schrieb (06.10.2011, 11:52 Uhr): "Dann soll doch mal der Deutsche Kinderschutzbund selbst vor Ort überprüfen gehen, ob Kinder mißhandelt werden und selbst tätig werden. Er kann auch mal den Jugendämtern auf die Finger schauen. Die sollen froh sein, daß Kindesmißhandlung aufgedeckt wird. Wenn ich ein mißhandeltes Kind wäre, würde ich lieber (einmal) im Fernsehen gezeigt werden und anschließend hilft man mir, als daß ich weiter über Jahre, Jahrzehnte (evtl. bis zum vorzeitigen Tod) mißhandelt werde und später aufgrund dessen mein Leben verdorben wurde..."
Nyota schrieb (06.10.2011, 12:01 Uhr): "Kenne auch einen Fall wo die Mutter das Kind schlägt...Und das Jugendamt unternimmt nichts, die können erst eingreifen wenn, -Zitat- "es lebensbedrohlich ist".... unbegreiflich was hinter geschlossenen Türen mit Kindern geschieht..."
steppi2712 schrieb (06.10.2011, 12:23 Uhr): "das alles zeigt doch nur, dass bei solchen Problemen in den Familien nur mit Hilfe von Medien die zuständigen Ämter anfangen zu Handeln, und das ist das beschämente an der ganzen Sache!!"
Sissi21 schrieb (06.10.2011, 13:40 Uhr) "Die Reaktion des Kinderschutzbundes zeigt nur, dass die keine Ahnung von der Realität haben bzw. auch total machtlos sind.
Ich stehe auch nicht 100% hinter dieser Sendung. Aber mann sieht insbesondere in diesem Fall, dass die Öffentlichkeit und ein Fernsehsender mehr Macht gegenüber dem Jugendamt haben, als der Kinderschutzbund oder irgendein Nachbar.
Und da frag ich mich, ob der Kinderschutzbund dann lieber die Kinder misshandelln und verhungern lassen will, als das wenigstens ein paar Kinder durch Katia Saalfrank geholfen wird. Und nicht erst wenn alles schon zu spät ist (Arbeitsweise des Jugenamtes)."
icepick123 schrieb (06.10.2011, 14:54 Uhr) "jugendamt, wer bitte???? Das Jugendamt in Deutschland ist ein eingeschlafener Sauhaufen der sich wenig oder garnicht um die Intresse der Kinder kuemmert. Viele zu viele Kinder sezten Kinder in die welt wunder sich warum sie mit dieser Verantwortung nicht fertig - und deswegen ist das deutsche Umfeld so kaputt."
Kommentare teilweise gekürzt, Quelle: bild.de
Ja was wird hier wohl die Zukunft sprechen, ich kanns euch sagen facebook. Dort lernt man lesen und schreiben und dann sieht halt mal ein Satz auch ganz schnell so aus, keine Angst gewöhne dich daran, das ist die Zukunft: "
feddi mach un dan ap zu paaty, mus no einkaufn gen, häd ich fasd fergesen". Aber diese Social-Community werden wir in einer anderen Story thematisieren. Das Problem ganz allgemein ist eigentlich, wie es die Kommentare bereits schön sagen, heutzutage ist eher Trend wegzuschauen als hinzuschauen, angefangen bei den Kindern...
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