Schlagwort-Archive: doppelresidenz

Das Wechselmodell Interview

Tobi, du bist Vater, warum verwendest du “getrennt erziehend”?

Egal, wo das Kind lebt. Man ist eigentlich nie alleine. Außer ein Elternteil entzieht sich komplett der Erziehung. Aber in den meisten Fällen ist man eben nicht “alleinerziehend” sondern “getrennt erziehend”. Dieses Umdenken und dieser Unterschied sollte bei jedem einzelnen ankommen.

Warum setzt Du dich so sehr für das Wechselmodell ein?

Es ist ganz einfach, es ist das fairste Modell für das Kind! Es hat beide Eltern nach wie vor und keine “14 Tage – Wochenende Bespassung”, kann sich auch unabhängig – zum Beispiel – mit Freunden treffen, ohne Rücksicht auf Umgangswochenenden nehmen zu müssen. Des weiteren ist der größte Streitpunkt und Machtpunkt immer der Unterhalt und der Umgang. Beides wäre beim Wechselmodell extrem entschärft.

Weiterlesen

Doppelresidenz: Kinder oder Paragrafen

Spätestens seit der Resolution 2079 (2015) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates ist die Doppelresidenz (Wechselmodell) als zeitgemäßes und kindgerechtes Betreuungsarrangement alternativ zum tradierten Residenzmodell für Trennungsfamilien in allen Parteien ein wichtiges Thema. Die FDP stellt auf ihrem Bundesparteitag die Weichen: Aufbruch zu einer modernen, kindzentrierten Familienpolitik oder Festhalten an tradierten Rollenmustern und Paragrafen.

Hamburg, Brandenburg, Bayern – bereits dreimal haben sich Landesparteitage der FDP klar dafür ausgesprochen, dass die Doppelresidenz in Deutschland gesetzlich verankert werden soll und vorrangig zu prüfen ist. Damit öffnen sich weite Teile der Partei einer zeitgemäßen Familienpolitik. Ob dies auch der Bundespartei gelingt, wird sich am 23./ 24.04.2016 auf dem Bundesparteitag in Berlin zeigen – gleich zwei Anträge beschäftigen sich mit der Frage, wie man sich zukünftig zur Doppelresidenz positionieren will.

Dabei verfolgen die Fachausschüsse Familie und Justiz unterschiedlich Ansätze. Während sich der Fachausschuss Familie (Antrag 608) an der Lebenswirklichkeit von Getrennterziehenden und deren Kindern orientiert, würde der Antrag des Fachausschusses Justiz (Antrag 624) einen deutlichen Rückschritt – weil Stillstand – bedeuten. Man will dort erst einmal prüfen und die Doppelresidenz nur in wenigen, ausgewählten Fällen überhaupt berücksichtigen.

„Selten ist der Dissens zwischen Juristen und Sozialwissenschaftlern so deutlich zu Tage getreten wie hier. Es wird spannend, ob sich die Partei an den Familien und Kindern – also den Wählern – orientiert oder an der weithin zu beobachtenden juristischen Blockade der Doppelresidenz“ meint Markus Witt, Bundesvorstandsmitglied des Vereins Väteraufbruch für Kinder e.V. Bemerkenswert findet er auch, dass gerade die Juristen in ihrem Antrag feststellen, dass die Doppelresidenz bisher nicht gerichtlich angeordnet werden könne. Zwar ist die Frage juristisch noch nicht eindeutig beantwortet, ob dies im Sorge- oder Umgangsrecht möglich ist, die gerichtliche Praxis* zeigt jedoch, dass hier vermutlich mit falschen Informationen gearbeitet werden soll.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen schon seit vielen Jahren eine eindeutige Sprache. Je mehr Zeit Kinder mit beiden Eltern verbringen, desto besser geht es ihnen. Die Doppelresidenz als Leitmodell ist daher die logische Folge. Daher setzt sich der Verein, welcher bundesweit ehrenamtlich in der Beratung von Trennungsfamilien aktiv ist, seit Jahren für eine gesetzliche Verankerung der Doppelresidenz ein. „Im Bundestagswahlkampf  2017 wird die Frage der Doppelresidenz ein wichtiger Bestandteil der familienpolitischen Ausrichtung der Parteien werden – die FDP hat an diesem Wochenende die Chance, sich der Lebenswirklichkeit von Millionen von Trennungsfamilien zu öffnen – wir werden dies interessiert beobachten“ so Witt weiter und hofft, dass das Recht der Kinder, von beiden Eltern erzogen zu werden, stärker in den Fokus der öffentlichen Diskussion rückt. Deutschland hätte damit die Chance, seinen erheblichen Rückstand im Familienrecht im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern endlich aufzuholen.

www.vaeteraufbruch.de

Scheidungskinder sollen zwei Zuhause haben

Schluss mit dem “Besuchspapa”-Dasein: Scheidungskinder sollen bei beiden Eltern ein Zuhause haben, fordert der Europarat. Die Bundesregierung will aber zuerst prüfen, ob das dem Kindeswohl entspricht… Moderne Väter sind viel mehr als nur Erzeuger und Ernährer: Sie wollen füttern, wickeln und mit den Kindern spielen – auch nach einer Trennung. Das Unterhaltsrecht hinkt dieser Entwicklung hinterher.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ist eine erklärte Anhängerin der Quote. Der Quote für Frauen, versteht sich. Der “Hamburger Appell”, der die Ministerin jetzt erreichte, hat mit Frauenförderung allerdings nichts zu tun. Allenfalls indirekt. Denn die Quote, die hier gefordert wird, ist eine für Väter. 30 Prozent gemeinsam erziehender Trennungseltern bis 2020 und 50 Prozent bis 2025 will die Hamburger Initiative “Gemeinsam erziehende Mütter und Väter” erreichen. Und gemeinsam erziehend, das bedeutet für sie: zwei gleichwertige Elternhäuser für Scheidungskinder, eins bei Mama, eins bei Papa. Eine “paritätische Doppelresidenz”, wie Fachleute es etwas sperrig formulieren.

[…] Andere europäische Länder sind deutlich weiter […]

Quelle/Link: http://www.welt.de/politik/deutschland/article147883305/Scheidungskinder-sollen-zwei-Zuhause-haben.html

Schon sind Sie da, die Panik Macher! Hilfe der Unterhalt könnte ausgehen! Hilfe mein Geld könnte weg sein!
Welche schöne Welt, wie viel Gleichberechtigung in diesem Vorhaben doch stecken würde. Wie angemessen es der Zeit und der Umwelt doch wäre.
Träumen wir noch ein bisschen, es ist so schön! Für Kinder beide Eltern, Papa und Mama. Beide würden sich Kosten teilen können!
Träumen wir noch ein bisschen, nur ein ganz klein wenig noch, bitte! ;-)