Alles eine Frage des Score

Die wenigsten mögen ihn, denn eigentlich ist dieser nicht fair, wenn man die Hintergründe des Score Wert kennt, teilt man vielleicht diese Auffassung. Die Rede ist von der (neuen) Bonitätsbewertung der Schufa. Man hat mit ihr/ihm unbewusst oder bewusst viel zu tun…

Der sogenannte Score Wert ist ein “Produkt” oder Werkzeug von der Schufa. Man kann sich nicht dagegen wehren und jedes ist automatisch Stammkunde bei Deutschlands tollsten Unternehmen, der Schufa. Ob man möchte oder nicht, man nutzt in seinem Leben mindestens einmal einen Vertragspartner der Schufa. Wieder andere bekommen nicht mal mehr ein Konto, wegen der Schufa. Mit ihrer Einschätzung fällt eine Entscheidung und mit dem mysteriösen und viel verurteilten Score Wert.

Eigentlich vertrauen die meisten Unternehmen und Banken darauf, wenn es um die Einschätzung von Bonität geht. Die Schufa hat damit eigentlich eine große Machtposition und ist im eigentlichen Sinne, obwohl es ein paar Wettbewerber gibt, ein doch recht unschlagbarer Monopolist. Es gibt kein tolleres Geheimnis und nicht einmal der Datenschutz genießt so große Geheimhaltung zur Zusammensetzung. Es gibt bereits Gerichtsurteile und immer siegt das Geheimnis, damit es auch so bleibt.

Auch der BGH bestätigte am 28. Januar 2014 (AZ VI ZR 156/13) ein Urteil des Landgerichts Gießen, demzufolge der Informationsumfang der Schufa-Auskunft zum Score den Anforderungen des BDSG genügt und die genaue Scoreberechnung als Geschäftsgeheimnis betrachtet werden kann.[39] Der für die Aufsicht der in Hessen ansässigen Schufa zuständige Hessische Datenschutzbeauftragte begrüßte dieses Urteil, das die hessische Aufsichtspraxis bestätige. Durch die umfangreichen allgemeinen Informationen zu Scorewerten und die Datenarten die in den erteilten Auskünften die jeweilig verarbeiteten Daten vermitteln, sei das Scoreverfahren für Betroffene ausreichend transparent.[40]

https://de.wikipedia.org/wiki/Schufa#Scoring

Die Berechnung des Score-Wertes wird von der Schufa nicht offengelegt und ist daher für Außenstehende undurchsichtig. Bis zum Jahr 2001 ist das Einholen einer Eigenauskunft als negatives Merkmal in das Scoring eingeflossen; nach massiven Protesten stellte die Schufa diese Praxis ein. Jeder Verbraucher kann bei der Schufa die Scoreübermittlung zu seiner Person untersagen.[31] Ob dieser Antrag negative Auswirkungen auf eine spätere Kreditentscheidung hat, ist offen. Seit Anfang 2007 ist in der Eigenauskunft (online) der eigene Basis-Score-Wert in %-Werten zu sehen und wird vierteljährlich neu berechnet.[32] Wesentlich ist jedoch der branchenspezifische Score-Wert, wie z. B. die Banken-Score bei Kredit­entscheidungs­prozessen und Konto­eröffnungen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schufa#Scoring

Und genau diesen Branchenspezfisichen Score-Wert kann man online nicht einsehen. So ist es für manche verwunderlich das man bei einem Score Wert von z.B. 94% bei keiner Bank mehr ein Konto erhält und überall einfach abgelehnt wird. Die indirekte Macht der Schufa spüren also Jahr für Jahr einige Menschen, ob bei einem einfachen Konto, einer Kreditentscheidung oder bei einer anderen Art von Anschaffung. Meist ist sie die einzige Anlaufstelle für eine Bonitätsabfrage, andere Bonitätsunternehmen fallen in der Entscheidung oder Einschätzung von Kunden nicht so sehr ins Gewicht, wie die der Schufa. Auch wenn unberechtigte Eintragungen bei der Schufa vorgenommen wurden, ist dies ein großer Aufwand und Akt, diesem zu widersprechen oder entfernen zu lassen. Denn alle Vertragspartner der Schufa sind quasi heilige und diesen wird vollendendes vertraut, man könnte dieses Vorgehen ja mal überdenken. Irgendwie also ein “Rien ne va plus”, nichts geht mehr.

Wikipedia schreibt hierzu: “Der Forderung, dass die Schufa auch gegenüber den meldenden Unternehmen ein Qualitätsmanagement betreiben möge, ist sie bisher nicht nachgekommen.”

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