Das war der Smartphone Verzicht

4 Wochen sind vorüber und ich bin ich wieder “online”. Mir hat in dieser Zeit aber nicht viel gefehlt. Das muss ich ehrlich sagen. Viele haben wieder zum Telefonhörer gegriffen anstatt mir schreiben zu können. Und die E-mails sind wieder in Hülle und Fülle eingetroffen, nicht nur Satzweise sondern eben richtige “Romane”. Man hat wieder kommuniziert. Genau das ist es nämlich, was viele nicht mehr tun, dank Smartphone. Ich hatte wieder mehr “Zeit” für meine Umwelt und habe diese aktiver wahrgenommen. Ich war Essen beim Italiener und musste mit anschauen, wie 2 Mädels nichts anderes ausser mit ihrem Smartphone beschäftigt waren, zwischen Essen – trinken und wenig Worten. Traurig!

Anfangs wusste ich ehrlich gesagt nicht wohin mit meinen Händen, denn immer in einer Wartesituation, zücken wir unser Smartphone. So ging das bei mir in den letzten 4 Wochen nicht. Ich musste noch wirklich “warten”, ob an der Kasse, beim Arzt oder sonst wo. Ich musste mich auf die Umwelt, Gesellschaft und Mitmenschen konzentrieren oder durfte diese beobachten. Voll abartig!

Vieles blieb mir dabei nicht verborgen, was ich am liebsten gar nicht gesehen haben wollte. Viele Ausschnitte, viele kurze Röcke, viele nette Gesichter und viel lächelnde Frauen. Voll abartig!

Zum Glück habe ich jetzt wieder mein Smartphone und solche Dinge bleiben mir wieder erspart. Ich habe schon wirklich angefangen zu überlegen, wie das mit dem flirten gleich noch ging. Aber jetzt kann ich wieder online flirten und kann diese unattraktiven einfach wegwischen. Ich habe schon darüber nachgedacht es wieder zu tun, also zu flirten, so richtig live. Mit anlächeln und ansprechen und solche perversen Dinge. Bäh, voll uncool!

Mein Sohn sagte zu Beginn meines Verzichtes “viel Glück”. Ich weiß nicht was das mit Glück zu tun hat, aber nachdem ich etwas darüber nachgedacht hatte, kam es mir, denn die Generation Teenager, kann sich dass ohne Smarpthone gar nicht mehr vorstellen. Da trifft man sich draußen oder bei sich zu Hause und jeder spielt auf seinem Smartphone, sehr kommunikativ ist das ganze dann mit “oh nee”, “boah krass”, “ey scheisse”, “mann alter”. Ja, die Teenager von heute können gar nicht mehr so richtig kommunizieren. Denn nur noch Firi, Biri und Brexa sprechen mit einem und ersparen einem sogar noch das lesen! Die Eltern sind froh, wenn die Kinder beschäftigt sind und nur die wenigsten interessieren sich was diese eigentlich so auf ihrem Smartphone tun. Ein aktuelles Beispiel aus einem Erlebnis. Ein zehn jähriger Junge, ist so abhängig von seinem Smartphone, das er bei wenigen Stunden Pause bereits psychisch somatische Erscheinungen ausbrechen. Des weiteren surft dieser auf diversen “erwachsenen” Seiten und kann sich online vor lauter Filmkonsum (auch Filme die nicht seinem Alter entsprechen) kaum mehr entziehen. Da ist es vielleicht verständlich, das dieser keine richtigen Freunde hat. Traurig!

Das schlimmste? Das unsere Systeme nur noch auf das Smartphone ausgerichtet sind. Ich wollte eine Überweisung tätigen, tja, blöd. Ich hatte ja das SMS-TAN Verfahren. Wie bekomme ich dass also hin? Es geht nicht. Einige Banken unterstützen gar kein anderes Verfahren mehr, bei mir gäbe es noch den TAN-Generator als Alternative, dieser musste aber bestellt werden. Ich bin viel mit dem E-Auto unterwegs, hier ist das nächste Problem, einige Ladesäulen können nur mit Smartphone freigeschaltet werden und somit auch bezahlt werden. Sonst? Pech gehabt! Einfach mal eine Ladesäule gesucht? App? Fehlanzeige! Aber natürlich gab es auch positives zu vermelden. Mein Gehirn musste mehr arbeiten und mehr leisten. Das merkt man schon am zweiten Tag. Kein Smartphone das einen an einen Termin erinnert und das mit den Handynummern, ist auswendig auch eine Herausforderung. Denn sag mal deinem besten Freund Bescheid, das du gleich da bist (bei Zug Anreise von 4:30 Stunden Länge). Denn auch die Telefonzellen sind so rar geworden, wie Tante Emma Läden… Stress net!

Ich habe also viel “gelernt” in meinem 4 Wochen Verzicht, habe meine Umwelt wieder aktiver wahrgenommen (was ich aber auch tue wenn ich mein Smartphone habe). Und es war durchaus Urlaub für mich, denn ich war nicht jede Minute erreichbar oder online. Ich selbst habe bestimmt, wann ich E-mails lese oder beantworte. Zu lange offline und viele haben einen schon vergessen…

 

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